Fake-Terror-Karte: So übernehmen die Rechten die Angstmache für Islamisten

Fake-Karte

Nach dem abscheulichen, mutmaßlich terroristischen Anschlag in Strasbourg drehen die sozialen Netzwerke wieder hohl. Wir lesen das übliche Geblubber: „Die Willkommensklatscher sind schuld!“, „Bedankt euch bei der Regierung!“, „Er soll doch in Deutschland Asyl beantragen!“, „Vor 2015 gab es sowas nicht!“, „Die Terroristen tragen in naher Zukunft ein Schild, wo drauf steht #wirsindmehr!“, „Importierte Gewalt!“, und es wird sowieso immer schlimmer werden. Der UN-Migrationspakt und so. Angeblich kommen über 190.000.000 Menschen nach Deutschland. Alles horrender Unsinn.

Man könnte meinen, die Menschen wissen nicht, wohin mit ihrer Wut und brauchen das alles als Ventil. Kann ich verstehen. Ich befürchte aber, das ist zu einfach. Denn viele glauben tatsächlich, dass die Bundesregierung oder Angela Merkel oder George Soros oder alle zusammen den Untergang von Deutschland bzw. Europa planen. „Alles so gewollt“, liest man dann oft.



Angebliche „Terror-Karte des IS“ ist Quatsch

Die Recherchegruppe #dieinsider stieß in den letzten Tagen immer wieder auf eine angebliche „Terror-Karte des IS“ aus dem Jahr 2009 (!), die schon 2015 von Mimikama als „Altpapier des Kopp-Verlages“ enttarnt wurde.

Die Terror-Karte des IS für Deutschland – Altpapier des Kopp-Verlages

Allerdings wird sie immer noch in verschiedenen Facebook-Gruppen mit der Behauptung geteilt, der US-Geheimdienst CIA warne vor einem bevorstehenden Bürgerkrieg. Laut den Recherchen von CORRECTIV liegen jedenfalls keine Warnungen der CIA vor. Stand August 2018. Wer weiß schon, ob das heute noch gilt. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Ironie off.

Deutschen Sicherheitsbehörden ist keine CIA-Warnung vor Bürgerkrieg bekannt

Eine Frage, die mir irgendwie noch niemand beantworten konnte, der von einem gewollten Bürgerkrieg schwadronierte, lautet:

Wozu einen „Bürgerkrieg“ überhaupt?

Nur, weil Frau Merkel keine Kinder hat und nach Südamerika abhaut, wird sie doch nicht wollen, dass Europa in Flammen steht? Da würde ihr und dem ganzen Rest der Elite auch keine Villa Schutz bieten. Liest man ja auch immer wieder. Aber im Ernst: Bei all dem, was sich zur Zeit abspielt, dürfen wir aber eines nicht vergessen, und das teile ich bei jeder Gelegenheit:

„Die sechste Phase, beginnend 2016, sieht die „totale Konfrontation“ vor, schließt Hussein aus dem, was ihm zugetragen wurde. Unmittelbar nach Ausrufung des Kalifats werde die „islamische Armee“ die von Osama Bin Laden oft vorhergesagte „Schlacht zwischen Glauben und Unglauben“ anzetteln.“

Ich zitiere da aus einem Spiegel-Artikel über den jordanischen Journalisten Fuad Hussein, der Vordenker und Strategen der Islamisten nach ihrer langfristigen Planung befragt hat. (Hier)

Rechte helfen fleißig bei der Radikalisierungs-Spirale

Der Artikel ist aus 2005! Und ich erinnere mich, als ich den damals las, schüttelte ich lächelnd den Kopf und dachte: „Ts, Spinner!“

Ich habe mich geirrt. Nadelstichartige und gezielte Terroranschläge (Nizza, Brüssel, Paris, Berlin, London, mutmaßlich Strasbourg) säen Zwietracht und Misstrauen. Rechtspopulisten, -radikale und -extreme und Neo-Nazis springen dankbar auf den Zug auf, verstärken Zwietracht und Misstrauen. Die folgende Ausgrenzung hilft den extremistisch motivierten Rattenfängern. Und junge Menschen radikalisieren sich. Ein Teufelskreis, den die Brüder im Geiste wechselseitig befeuern. Das Dramatische ist, dass mittlerweile selbst einige Teile aus der Mitte unserer Gesellschaft dazu beitragen.

Wie kommen wir da raus? Any ideas?

Artikelbild: Alex E. Proimos, Flickr,  (CC BY 2.0), changes were made, Screenshot facebook.com

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Coca Cola, Nutella & Co.: Die lustigsten Anti-AfD-Plakate bisher

Kapitalismus gegen die afD

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:



Wie alles begann:

Es war eine Aktion einer Künstler-Gruppe Modus, die derzeit den #AfDentventskalender macht. Und dieses Plakat stand wirklich in Berlin. Zumindest für kurze Zeit. Und hat eine lange Reihe an Peinlichkeiten für die AfD los getreten (Hier). Jüngst mit einem Post, in welchem sie Milch statt Cola bewarben… (Hier)

Pro-AfD-Pepsi-Plakat war ein Reinfall

Screenshot twitter.com (Original wurde inzwischen gelöscht)

Diese Reaktion der Rechten wurde zum Reinfall: Nachdem Coca Cola fand, dass nicht „jedes Fake falsch sein muss“, wollten sie Pepsi mit einer Fotomontage vereinnahmen. Das gefiel denen jedoch gar nicht. Pepsi und sogar der Kostümhersteller, dessen Bild eines blauen Nikolaus sie verwendet hatten, prüften rechtliche Schritte und distanzierten sich von der Botschaft. (Hier)

Dann ein Nutella-Plakat

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf!“Nach Coca-Cola nun auch Nutella.#staybehindfoundation#berlin

Gepostet von Stay Behind Foundation am Montag, 10. Dezember 2018

Dann tauchte ein weiteres (echtes) Plakat einer großen Marke in Berlin auf:

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf! Gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD“ steht auf dem Plakat von Nutella. Der Konzern bestätigte uns bisher nur, dass es nicht von ihnen sei. Es war auch von der gleichen Gruppe, die das erste Coca Cola Plakat gemacht hatten. Ein Statement blieb bisher jedoch aus.

„100% unsere haltung!“

🍔😂

Gepostet von Adnan Selimanjin am Dienstag, 11. Dezember 2018

Dann tauchte ein McDonald’s Plakat auf. Doch genau wie das Pepsi-Plakat ist dieses lediglich eine Bildbearbeitung, wie unsere Kollegen von Mimikama hier erläutern. McDonald’s reagierte dennoch auf Twitter mit den klaren Worten:

Und BUrger King hinterher

Nein, Ines! Wir haben leider noch nichts erfahren!

Und Es geht auch schon mit Biermarken los:

Coole Sache Früh Kölsch😊.

Gepostet von Bunt in der Südstadt am Mittwoch, 12. Dezember 2018

Ein offizielles Statement zum digital erstellten Plakat hat „Früh Kölsch“ noch nicht herausgegeben. Aber zunächst scheint es das Unternehmen nicht zu stören:

Und dann gibt es diese

Und das hier

Und das

Statements oder Reaktionen der jeweiligen Unternehmen gab es noch nicht, aber mal sehen, ob die Bilder des Satire-Accounts der Gazetteur noch irgendwo für echt gehalten werden. Falls es Neuigkeiten gibt, werden wir dran sein. Vergesst also nicht, uns auf Facebook oder Twitter zu folgen.

Artikelbild: Screenshots twitter.com

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Keine Satire: AfD will jetzt Milch statt Cola trinken

Ich trinke jetzt doch lieber Hafermilch

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:



JETZT kauft die AfD nur noch… Milch?

Ein Kreisverband hat jetzt in einer ganzen Reihe an peinlichen Stunts wirklich den Vogel abgeschossen. Da ihnen die Cola-Marken ausgegangen sind, versuchen sie es jetzt mit: Milch. Wirklich. Da posiert ein AfDler mit einer auf eine Tasse gephotoshoppter Kuh und erklärt stolz, dass er lieber Milch trinkt als „Zuckerwasser“.

Aber irgendwie passt es doch zur AfD:

Und vielleicht das schlimmste:

Volkskörper„? Das ist ein von den Nationalsozialisten gern verwendeter, antisemitischer Begriff. Da haben wir also alles, was die AfD ausmacht auf einem Bild: NS-Bezug und peinliche Selbstdarstellung. Das fand die AfD auch und hat den Post zwischenzeitlich wieder gelöschtIch steige trotzdem lieber mal auf Hafermilch um…

Artikelbild: Screenshot facebook.com, ShotPrime Studio, shutterstock.com, changes were made

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Jetzt geht es mit Bier weiter: Anti-AfD-Plakat von „Früh Kölsch“

Kein Bier mehr für die AfD?

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:



JETZT Kölsch

Nachdem Nutella und auch McDonald’s „Opfer“ von realen oder am PC erstellten Anti-AfD-Plakaten waren, ist jetzt „Früh Kölsch“ dran:

Coole Sache Früh Kölsch😊.

Gepostet von Bunt in der Südstadt am Mittwoch, 12. Dezember 2018

Ein offizielles Statment zum digital erstellten Plakat hat „Früh Kölsch“ noch nicht herausgegeben. Aber zunächst scheint es das Unternehmen nicht zu stören:

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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So genial wird die AfD im bayerischen Landtag zerstört – Video

„Das glauben Sie doch nicht, dass wir so bescheuert sind!“

Ein AfD-Abgeordneter beschwert sich darüber, mit welchem Recht Martin Hagen von der FDP ihn im Landtag „desavouieren“ würde. Zuvor hatte er sich heftig darüber beschwert, dass die CSU-Freie-Wähler-Regierung es durchgesetzt hatte, dass die FDP zusammen mit der AfD in einem Block sitzen müsse. Weil die CSU im Landtag einen eigenen Gang haben möchte. Die FDP wäre lieber mit SPD und Grünen gesessen. (Hier)



Versenkter Elfmeter

Die Beschwerden der AfD-Fraktion, auch an der Bezeichnung der Rede der AfD-Fraktionschefin als „extremistisch“ (Sie hatte beklagt, dass Bayern eine „multi-ethnische Besiedlungszone“ werden soll) FDP Fraktionschef Hagen nicht unbeantwortet:

„Deutsches Volk zerstören“? Ach herrje. Ich denke, Herr Hagen hat alles dazu bereits gesagt!

Artikelbild: Screenshot twitter.com

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„100% unsere Haltung!“: McDonald’s reagiert genial auf Anti-Rassismus-Plakat!

Danke, McDonald’s!

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:



NUTELLA UND JETZT MCDONALD’S

Dann tauchte ein Plakat von Nutella auf. „Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf! Gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD“ steht auf dem vermeintlichen Plakat von Nutella. Das Unternehmen bestätigte uns, dass das Plakat nicht von ihnen sei. Eine Antwort steht derzeit noch aus.

Danach tauchte ein Plakat von McDonald’s auf:

🍔😂

Gepostet von Adnan Selimanjin am Dienstag, 11. Dezember 2018

Doch genau wie das Pepsi-Plakat ist dieses Plakat lediglich eine Bildbearbeitung, wie unsere Kollegen von Mimikama hier erläutern. McDonald’s reagierte dennoch auf Twitter auf das Plakat mit den Worten:

„Schlechte Kopie unserer CI [Corporate Identity]. 100% unsere Haltung!“

Genial! Also keine „Besorgten Burger“ mehr bei der Fast-Food-Kette. Wann wohl das erste Foto eines AfD-Politikers bei Burger King auftaucht?

Nächster Reinfall für die AfD! Auch Vita Cola distanziert sich!

Artikelbild: Von Vulp, shutterstock.com

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Colagate: Sinalco distanziert sich jetzt schon vorsichtshalber von Rassismus!

Einfach auf nummer sicher gehen

Inzwischen distanzierten sich im immer weiter ausufernden Cola-Gate sich schon mehrere deutsche Cola-Marken von der AfD. Und haben Statements für Weltoffenheit und Toleranz veröffentlicht. Die ganze absurde Geschichte mit allen Peinlichkeiten der AfD haben wir hier zusammengefasst:

Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken



Sinalco hat keinen bock darauf

In der düsteren Erwartung, dass es das Unternehmen „Sinalco“ als nächstes erwischen dürfte hat es beschlossen, ein älteres Statement für „für Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt“ auf ihrer Facebook-Seite zu verbreiten und neu zu bewerben. Damit niemand auf falsche Gedanken kommt. Beim neu angepinnten Post schreiben sie:

„Sinalco ist ein deutsches Familienunternehmen aus Duisburg, das für Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt steht. Diese Werte leben wir tagtäglich in unserem Unternehmen. Sie zeigen sich im Umgang miteinander als auch in der Zusammensetzung unserer Belegschaft. Sinalco gibt es in 50 Ländern dieser Erde. Auf diese Internationalität sind wir mehr als stolz und die Achtung gegenüber anderen Kulturen zeigt sich auch in den unterschiedlichen Sprachen, in denen unser Markenname Sinalco auf den Flaschen präsentiert wird.“

Artikelbild: Mark Nazh, shutterstock.com, Screenshot facebook.com

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Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

Fake-Plakate und Getränke-Boykotte

Zuerst fing alles damit an: Ein vermeintliches Anti-AfD-Plakat von Coca-Cola war in Berlin aufgetaucht.

Das Plakat war kein offizielles Plakat von Coca-Cola. Es ist eine Aktion einer Künstler-Gruppe, die derzeit den #AfDentventskalender macht. Ziel der Aktion ist es, Inspiration für AktivistInnen zu liefern, sich mit dem politischen Rechtsruck zu befassen. Wie in einem Adventskalender verbirgt sich hinter jeder Tür eine neue Aktion, Idee oder Material. Türchen Nr. 3 war dieses (echt aufgestellte) Plakat in Berlin.



 

Entsetzen bei den AfD-Fans

Die Rechten waren entsetzt. Man sah das gleich als „Angriff auf die Demokratie“ und fragte beim Coca-Cola-Konzern an und begannen schon da mit Boykottaufrufen.

Coca-Cola-Deutschland reagierte auf die Anfragen: „Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt“ hieß es in einer Mail (Quelle). Doch die Rechten können ihren Boykott gerne weiter durchziehen, wie es scheint. Der „Director Public Affairs & Communications“ bei Coca-Cola Deutschland, Patrick Kammerer retweetete das Foto. Und der offizielle Coca-Cola Germany-Account retweetete wiederum das. 

Die AfD-Fans sind wütend: Als weitere Reaktion auf den Coca Cola-Fake, der ja doch nicht falsch sein muss, boykottierten Rechte den Getränkehersteller. Dazu passend tauchte dieses Video auf, in dem ein Mann mit sächsischem Akzent vor einem Auto mit „FCK NTF“ (NTF steht für Antifa, ich hatte es auch nicht gecheckt) und AfD-Aufkleber Cola-Flaschen verschüttet.

Große Protestaktion der AFD gegen Coca-Cola.

Große Protestaktion der #AFD gegen Coca-Cola und dem Fake-Plakat, was irgendwie auch echt sein könnte.😉 #FckAFD #FckNZS

Gepostet von Antifa Zeckenbiss am Mittwoch, 5. Dezember 2018

Einen Tag später folgt dieses Video. Mit „Unglaublich aber wahr“ wird angekündigt, dass „erst heute bekannt wurde“, dass die Marke „Fanta“ zum Coca Cola Konzern gehört.

Große Protestaktion der AFD Teil 2, nun auch gegen Fanta.

Große Protestaktion der #AFD Teil 2. Nun auch gegen #Fanta, weil sie ja erstaunlicherweise auch zur Coca-Cola Company gehört. #FckAFD #FckNZS

Gepostet von Antifa Zeckenbiss am Donnerstag, 6. Dezember 2018

Die Blamage für die Aktion war groß:

Konter-Fake ging gehörig nach hinten los

Danach versuchten die Rechten, eine Antwort auf das PR-Desaster für sie zu finden. Am Tag darauf tauchte ein digital erstelltes Bild eines Plakats auf, das im Gegenzug eine Pro-AfD-Botschaft verbreitete. Aber diesmal vorgeblich von Pepsi gesponsert. Die AfD versuchte dann auch irgendwie damit „cool“ zu wirken.

Screenshot twitter.com (Original wurde inzwischen gelöscht)

Doch Pepsi schmeckte das gar nicht: Sie kommentierten Hinweise zu diesem Bild damit, dass sie sich „ausdrücklich von dieser parteipolitischen Vereinnahmung“ distanzieren und rechtliche Schritte prüfen!

Auch die Firma Widman, deren Bild des blau gekleideten Weihnachtsmannes im Pepsi-Fake verwendet worden ist, wurde von der Seite „Antifa Trier“ auf Facebook kontaktiert und antworte auf den Hinweis damit, dass sie sich von diesem Pro-AfD-Fake distanzieren:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben, bis zu ihrer Kontaktaufnahme/ihrem Hinweis, nichts von der Verwendung unseres Fotos gewusst und distanzieren uns ganz ausdrücklich von der Verwendung unseres Bildmaterials zu solchen Zwecken. Wir werden weitere Schritte zu diesem Sachverhalt prüfen.
Vielen Dank für den Hinweis!
Eine schöne Vorweihnachtszeit.

Viele Grüße,
Ihr Widman Team.“

UND NOCH EIN REINFALL

AfD-Mann Kaufmann aus Baden-Württemberg wollte zeigen, dass er nach der Aktion nicht (mehr) Coca Cola trinke und Griff zu fritz kola.

Was er zu dem Zeitpunkt wohl nicht wusste: Fritz Kola ist vielleicht die politischste Getränkemarke des Landes – Und kein Fan der Rechten:

Das Unternehmen erklärte, es wolle und könne „in keiner form sympathie oder verständnis“ für die rechte Bewegung aufbringen. (Hier) Kaufmann löschte den Tweet kurz darauf wieder. AfD und eine Antifa-Brause? Das wäre ja so, als würde die AfD in ihrem Adventskalender den Antifaschisten Bertolt
Brecht ehren… (Was sie natürlich getan haben, lest selbst)

Höcke bekam Abfuhr von VIta Cola

Danach wollte Höcke auf den Cola-Blamage-Zug der AfD aufspringen und reagierte mit einem Pro-Vita-Cola-Post:

Auch damit greift Höcke, der Genderforschung als „Geisteskrankheit“ und Homosexualität als „höchstens ertragbar“ bezeichnet hatte, zur falschen Flasche:

Nicht nur das: Auf unsere Anfrage hin reagierte der Konzern jetzt auf das Posting von Höcke per Mail:

„Die von Björn Höcke in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Vita Cola getätigten Äußerungen waren uns im Vorfeld nicht bekannt und wurden von uns weder autorisiert noch beauftragt. Es besteht ferner keinerlei Verbindung und damit auch keinerlei werblicher Auftrag oder dergleichen zwischen Herrn Höcke und der Marke Vita Cola. Wir möchten zudem festhalten, dass wir die Äußerungen auch nicht als Werbung für Vita Cola verstehen. Wir haben grundsätzlich keinen Einfluss auf persönliche Meinungen, die zu Vita Cola im Netz geäußert werden. Als Marke sind und verhalten wir uns neutral und werden uns nicht für politische Auseinandersetzungen von Parteien oder im Zusammenhang mit anderen Herstellern instrumentalisieren lassen. Wir distanzieren uns damit auch von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung. Vielmehr steht Vita Cola u.a. für Weltoffenheit und Toleranz.“

Vita Cola stellt fest: Sie stehen für Weltoffenheit und Toleranz und distanzieren sich von der Instrumentalisierung durch die AfD! Auch wenn der Konzern sich wohl nicht traut, den Rechtsextremen eine deutlichere Abfuhr zu erteilen und sich nur recht halbherzig zu einer Distanzierung von „parteipolitischer Vereinnahmung“ zwingt, war das dennoch eine weitere Niederlage der Rechten. Der AfD bleiben wohl bald gar keine Cola-Konzerne mehr übrig.

Und jetzt kommt auch noch Afri Cola dazu

Malte Kaufmann von der AfD, der gleiche, der sich zuvor beim Versuch, eine Alternativ-Cola zu „bewerben“, blamierte, weil er zur linken fritz cola griff, machte einen zweiten Versuch, diesmal mit Afri Cola.

Ich trinke jetzt jeden Abend eine andere Cola und lerne etwas über die politische Gesinnung der jeweiligen Hersteller….

Gepostet von Malte Kaufmann am Montag, 10. Dezember 2018

Will die AfD, dass ihre Anhänger bald alle Marken boykottieren „müssen“? Oder ist jede Publicity, bei der man sich als das Opfer hinstellen kann, recht? Keiner weiß es so genau, jetzt aber meldete sich Afri Cola auf Facebook auf unsere Anfrage. Sie schreiben:

„Hallo und danke für die Nachricht. afri cola steht für Popkultur, d. h. für Freiheit und Toleranz. afri lässt sich von politischen oder sonstigen Vereinigungen nicht verbiegen, benutzen oder vereinnahmen. Grüße von afri“

Wer hätte es gedacht! Sie stehen für „Freiheit und Toleranz“ und lassen sich nicht „benutzen oder vereinnahmen“. Die lange Durststrecke der AfD auf der Suche nach einer „Alternative“ ist wohl immer noch nicht beendet. Es ist davon auszugehen, dass das auch so bleiben wird.

Die Geschichte weckte sogar internationales Interesse: Gestern berichtete sogar die New York Times darüber. Und wir bedanken uns für die Verlinkung! Was die Partei damit erreichen will, dass sich immer mehr Marken für Toleranz und Weltoffenheit aussprechen wissen sie wohl nur selbst.

Zumindest diese Marke dürfte vor der AfD sicher sein:

Hier geht’S weiter:

„Premium-Cola“ im Interview: „Von mir aus kann die AfD komplett verdursten!“

Artikelbild: Screenshots twitter.com/facebook.com

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„Ja zu weißen Männern“: So genial wird der AfD-Adventskalender parodiert

Es ist Weihnachtszeit

…und damit niemand das Fest der Liebe verpasst, wurde der Adventskalender eingeführt. Die AfD nutzt die Gelegenheit und weist auf eine „grassierende Diskriminierung“ hin. Das Opfer: Der weiße Mann. Der Berliner AfD-Funktionär Georg Pazderski erkennt „Forderungen, die auf eine bewusste Benachteiligung von weißen Männern im Wettbewerb um Arbeitsplätze, Karrierechancen, öffentliche Auftritte oder staatliche Zuwendungen hinauslaufen“.

Der Hashtag „JaZuWeißenMännern“ begleitet nun also die Vorstellung von 24 weißen Männern. Die „unser Land, unsere Zivilisation und die Entwicklung der Welt entscheidend geprägt haben“. Dass da ein Mann mit einem syrischen Vater (Steve Jobs) zu den „weißen Männern“ gezählt wird, war sicher nur ein Recherchefehler. Ob Bertolt Brecht und die vielen anderen in dem Kalender hofierten Männer diese Initiative unterstützen würden, bleibt fraglich. Leider können sie sich nicht mehr wehren. Einzig Sarrazin dürfte dem Anliegen bedingungslos zustimmen.

Antifaschist & Migrantensohn: Den peinlichsten Adventskalender hat die AfD



Die andere Seite der weißen Männer

Nun gibt es aber noch andere weiße Männer, und da hat die Stay behind Foundation mal 24 Süßigkeiten hinter die Türchen gesetzt. Darunter Politiker der AfD, Rechtsextreme und (Neo-)Nazis.

JA ZU WEISSEN MÄNNERN!So schallt es aus der besinnlichen Weihnachtsstube der AfD-Fraktion Abgeordnetenhaus Berlin. "…

Gepostet von Stay Behind Foundation am Sonntag, 9. Dezember 2018

Die 24 Herren stehen nicht in der Gefahr, diskriminiert zu werden. Wenn man sich ihre kurzen Biografien bzw. Beschreibungen mal durchliest, könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass sie selbst ganz gerne andere Menschen und/oder Menschengruppen auf Grund von Hautfarbe, Religion oder Herkunft diskriminieren würden.

Auch, wenn ihre Anhänger es bestreiten oder als „Ethnopluralismus“ oder ähnliche Umschreibungen abtun: Es ist Rassismus. Und ganz offen wird auch der Bürgerkrieg nicht unbedingt als Mittel der Wahl ausgeschlossen. Im Gegenteil. Fraglich bleibt, wer den Zündlern zuerst auf den Leim geht und aus „Notwehr“ irgendeine Initiative ergreift.

Die meisten dieser weißen Männer haben tausende Follower. Ob das nun alles echte Menschen oder Mehrfach-Accounts sind, lässt sich nicht sagen. Es ist aber eine Tatsache, dass sich Menschen gruppendynamisch nicht immer kontrollieren lassen. Dieses Aufhetzen geht irgendwann schief. Gründlich. Viel „Spaß“ mit dem Kalender.

Artikelbild: Screenshot hogesatzbau.de

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Auch Afri Cola wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die AfD!

Das #ColaGate geht weiter

Nachdem ein nicht-offizielles Plakat von Coca Cola mit einer Anti-AfD-Botschaft zu Weihnachten aufgetaucht war, riefen Rechte zum Boykott der Marke auf. Erst recht, als das Unternehmen gar keinen Anstoß an dem Fake nahm und deren Director Public Affairs & Communications die Sache mit „Nicht jedes Fake muss falsch sein“ kommentierte.

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Alle distanzieren sich von der AfD

Doch es wurde noch schlimmer: Inzwischen gab es bereits Distanzierungen von Pepsi Cola (Hier), fritz kola sowieso (Hier) und gestern auch noch Vita Cola! (Hier). Und jetzt kommt auch noch Afri Cola dazu. Malte Kaufmann von der AfD, der sich vor ein paar Tagen schon im Versuch, eine Alternativ-Cola zu „bewerben“, blamierte, indem er ausgerechnet zu fritz kola griff (Hier der Bericht), die für ihre klare Kante gegen Rassismus und Rechte bekannt sind, macht seinen zweiten Versuch mit Afri Cola.

Ich trinke jetzt jeden Abend eine andere Cola und lerne etwas über die politische Gesinnung der jeweiligen Hersteller….

Gepostet von Malte Kaufmann am Montag, 10. Dezember 2018

Will die AfD, dass ihre Anhänger bald alle Marken boykottieren „müssen“? Oder ist jede Publicity, bei der man sich als das Opfer hinstellen kann, recht? Keiner weiß es so genau, jetzt aber meldete sich Afri Cola auf Facebook auf unsere Anfrage. Sie schreiben:

„Hallo und danke für die Nachricht. afri cola steht für Popkultur, d. h. für Freiheit und Toleranz. afri lässt sich von politischen oder sonstigen Vereinigungen nicht verbiegen, benutzen oder vereinnahmen. Grüße von afri“

Wer hätte es gedacht! Sie stehen für „Freiheit und Toleranz“ und lassen sich nicht „benutzen oder vereinnahmen“. Die lange Durststrecke der AfD auf der Suche nach einer „alternativen“ Cola ist wohl immer noch nicht beendet.

Artikelbild: Screenshot facebook.com, ShotPrime Studio, shutterstock.com, changes were made

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