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Hamburg: Kaum war der Vorname bekannt, wurden die AfD-Hetzer ruhig

von | Mrz 10, 2023 | Aktuelles

Triggerwarnung Tod, Gewalt

Es ist eine der schlimmsten Straftaten in der jüngsten Geschichte von Hamburg: Gestern wurden bei einem Gewaltverbrechen acht Menschen getötet. Ein Amokläufer drang in ein Gebäude der Zeugen Jehovas ein und gab Schüsse ab. Unter den Toten ist der mutmaßliche Täter selbst. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich bei dem Täter um Philipp F. handelte, der alleine handelte. Er soll ein ehemaliges Mitglied der Zeugen Jehovas gewesen sein – und ein Sportschütze. Es soll auch eine Warnung zur Überprüfung seiner Waffenfähigkeit gegeben haben. Weitere Details zur schrecklichen Tat in Hamburg findet ihr bei der Tagesschau.

Gefundenes Fressen für die Nazis der AfD

Wie immer, wenn es um derartige schreckliche Ereignisse geht, sind die Aasgeier der AfD nicht weit, um aus dem Leid von anderen Menschen politisches Kapital für ihre rechtsextreme Agenda zu schlagen. Den kaltherzigen Nazis, die Fans dieser Partei sind, sind die Opfer völlig egal. Ihnen ist einzig die Nationalität und der Vorname des mutmaßlichen Täters wichtig. Beziehungsweise: Eigentlich nicht einmal das, denn so indoktriniert von den Lügen der AfD gehen sie einfach zwangsläufig davon aus, dass es sich um eines ihrer Feindbilder halten muss. Ob es der Realität entspricht, fragen sie oft nicht einmal mehr nach.

Die Hetzer der AfD instrumentalisieren aus Reflex automatisch viele tragische Ereignisse wie jetzt das in Hamburg. Das wichtigste ist, dass ihre extremistische Ideologie weiter vermeintlich bestätigt wird. Sollte sich der Tatverdächtige doch nicht als das Feindbild herausstellen, wird das bequem schnell wieder vergessen, wie in Viersen, bei Magnitz, in München, beim Brand von Notre DameMünsterBottrop, Halle, Hanau und vielen anderen Fällen.

Bei der AfD Dresden wurde sofort gegen Regierung & Muslime gehetzt

Als der AfD-Politiker Harlaß von der AfD Dresden über die schreckliche Tat einen Beitrag in Facebook postete, wussten seine Fans schon genau, welcher rassistische Reflex abzuspulen ist. Laut einem Urteil des Amtsgerichts Dresden dürfe man Harlaß als Neonazi sowie als Vertreter der NS-Rassenideologie bezeichnet werden. Wie das Recherchekollektiv „DieInsider“ berichtet und wie auch Volksverpetzer unabhängig verifiziert hat, nutzen sie die Situation sofort, um höhnisch zu kommentieren.

Ein AfD-Politiker forderte – ohne einen blassen Schimmer zu haben, was eigentlich passiert war – sofort Gerichtsverhandlungen wegen „Hochverrats“ der „heutigen Politiker“, andere pflichteten ihm bei: „Ein Standgericht tuts auch!“ [sic], was die Ablehnung des Rechtsstaats (und der Wahrheit sowieso) dieser Rechtsextremisten unterstreicht.

Andere sind vollkommen überzeugt, dass jedes Verbrechen des Landes etwas mit Geflüchteten zu tun haben muss, so verblendet sind diese in ihrer Nazi-Ideologie.

Im gewohnheitsmäßigen Sarkasmus dieser Rechtsextremisten, machen sie sich darüber lustig, dass der Täter psychische Probleme haben werde (was er übrigens tun haben soll), „gar nichts mit dem Islam zu tun habe“ (was er tut) und ganz sicherlich Deutscher sei, es sich um einen „Einzelfall“ handele oder man „Mehr Mittel gegen Rechts“ brauche. Völlig immun gegen die Wahrheit äffen sie tatsächliche Erklärungen nur noch nach. Weil für sie nur die verhassten „Ausländer“ Schuld sein dürfen.

Auch der Alexander Jungbluth, AfD-Kandidat und Mitglied der rechtsextremen „Jungen Alternative“, hetzte umgehend, dass es sich um einen „Anschlag“ handeln würde und irgendetwas mit Merkels Politik zu tun habe – was natürlich eine dogwhistle für ihre Flüchtlingspolitik ist.

Kaum wurde der Vorname bekannt, wurde es wieder ruhig

Während normale Menschen Trauer oder Betroffenheit spüren, und auch bei den Erstmeldungen schrecklicher Ereignisse abwarten, freuten sich diese Nazis hämisch über die Toten. Völlig ohne Mitgefühl oder Bezug zur Realität wurde der Vorfall mal wieder von diesen Menschen instrumentalisiert, um sich ihrer eigenen Hass-Ideologie zu bestätigen. Doch kurz nachdem die ersten Meldungen über Hintergrund der Amoktat von Hamburg bekannt wurden, verebbten die Kommentare der Nazis größtenteils.

Tatsächlich hinderte die Realität – wieso auch – auch einige Kommentierende nicht daran, auch längst nach bekannt werden des mutmaßlichen Täters ihren eingebildeten Feindbildern die Schuld zu geben und zu hetzen. Geschweige denn, schamerfüllt ihre Kommentare zu löschen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels sind alle noch online. Moderiert wurde vom AfD-Politiker auch nicht. Doch kurz darauf wurde das Thema schnell wieder fallen gelassen. Und in den von DieInsider beobachteten AfD-Gruppen spielte das Thema prompt kaum eine Rolle mehr, wie sie Volksverpetzer berichteten.

Herzloses Missbrauchen ist alltag bei der AfD

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Das Interesse und die Häme der AfD-Fans jedoch wie immer nur bei ihrem indoktrinierten, rassistischen Feindbild. Es ist brutaler Alltag in den AfD, schreckliche Taten für ihren rassistischen Wahn zu instrumentalisieren. Die Recherchegruppe DieInsider dokumentiert seit Jahren den Hass und den Extremismus in den AfD-Gruppen. So ekelhaft und brutal es ist – es ist wirklich völlig normal dort. Hier einige Beispiele:

Artikelbild: Jonas Walzberg/dpa