Ein Jahr Corona-Querfront: Sind einige deiner (Ex-)Freunde jetzt Nazis?

| Schwer verpetzt | 27. April 2021

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Corona-Querfront: wie Corona neue Rechtsextreme produziert

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich einen Artikel geschrieben mit dem Titel: „Corona-Querfront: Einige deiner Freunde könnten demnächst Nazis werden“. Auch heute haben viele Volksverpetzer-Hater, die dezidiert keinen unserer Beiträge lesen, nichts Besseres zu tun, als mit der „Nazi-Keule“-Keule zu kommen und uns zu unterstellen, wir würden jeden als Rechtsextremisten bezeichnen. Während sie selbst fleißig uns als Nazis oder „Stasi“ beschimpfen natürlich. Aber von „Nazis“ zu sprechen ist nicht automatisch falsch, wenn man gute Gründe hat. Und bei der „Corona-Querfront“ liegt das vor.

Und ja, ich spreche sehr oft von „Nazis und Querdenker:innen“, hier wohlgemerkt als zwei verschiedene Gruppen, die aber gemeinsame Sache machen. Das ist für viele aber dann schon zu viel Differenzierung, die sie nicht mehr wahrhaben wollen. Im Zusammenhang von „Querdenken“ nicht von Nazis zu sprechen, dazu muss man auf dem rechten Auge blind sein.

Corona-Querfront: Einige deiner Freunde könnten demnächst Nazis werden

In meinem Artikel von vor knapp über einem Jahr habe ich aber bereits gesagt, wo das Problem und wo die Verbindungen und Überschneidungen dieser beiden extremistischen Gruppen liegt. („Querdenken“ wird schon in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet). Beziehungsweise liegen wird. In der Querfront. Die „Querdenken“-Bewegung, die Bewegung der Pandemie-Leugner:innen ist keine originär rechtsextreme Bewegung. Aber dafür, wie wir mit ihnen umzugehen haben, spielt diese Feststellung keine entscheidende Rolle, wie ich noch erklären werde. Deswegen ist der Hinweis müßig. Hang zur Pseudowissenschaft und zum verschwörungsideologischen Denken gibt es überall. So kommt die „Querdenken“-Bewegung ganz ursprünglich eher aus der esoterischen Ecke, in der statt Rassismus eher Globuli und flache Erde anzusiedeln sind.

Von 5G über Todesmasken zu Impfmythen

Man sieht es daran, dass die Fake News zu Corona sich anfangs um 5G drehten, um Bill Gates und Mikrochips oder dass Zwiebeln gegen Corona helfen würden. Und jetzt wieder sehr um Impf-Mythen. Menschen, verängstigt und überfordert, suchten nach einfachen Erklärungen und einfachen Feindbildern für die einschneidenden Veränderungen in der ersten Welle. Menschen, die durch alle Medien gewohnt sind, die Welt im Kontext von Geschichten, von Narrativen zu verstehen – Hollywood, Bücher, Spiele & Co. – und das auf die reale Welt anwendeten, konnten, ach wollten, die Welt so sehen, als seien sie die „Auserwählten“, die Aufgeklärten, die Rebellen, die Helden, die gegen eine kleine, mächtige Elite kämpfen, für Frieden, Freiheit, Demokratie. Warum Hippies, esoterische Sekten und „ganz normale Leute“ bei „Querdenken“ bis heute noch mitmarschieren, liegt genau hier versteckt.

Von Verschwörungsglauben zum Faschismus

Das allein macht einen noch nicht zum Nazi. Und das habe ich damals gesagt und immer wieder. Von so einem Denken ist es jedoch nicht weit dahin. Denn so einen Glauben kann man nur aufrecht erhalten, wenn man – anstatt einzugestehen, dass man sich über 5G und Bill Gates geirrt hat – ebenfalls den Glauben übernimmt, dass alle Regierungen und Medien der Welt zwangsgesteuert sein müssten. Denn sonst würden sie ja ihre neue „Wahrheit“ berichten. Wenn sie das nicht tun, dann entweder, weil man selbst falschliegt – was wenige wahrhaben wollen – oder weil sie „gekauft“ und „gesteuert“ werden. Das ist die pseudo-logische Konsequenz davon. Ebenso, dass es eine geheime Elite geben muss, die diese Dinge diktiert. Und dass sie dafür niedere Gründe haben muss.

Interview mit Aussteigerin: “Ich bin auf rechts eingestellte Rattenfänger hereingefallen”

Und schnell ist klar, dass der Sprung von „die gesteuerten Mainstreammedien“ und die „Eliten“ zu „Lügenpresse“ und „Weltjudentum“ wirklich nicht mehr weit ist. Sie sind strukturell das Gleiche. Deswegen fing die rechtsextreme Szene sehr schnell an, die brandneue Corona-Bewegung zu unterwandern. Von Anfang an waren sie in den Gründungsteams, haben die Mythen mit gestreut und multipliziert, sich eng verflochten, mitdemonstriert.

Und die „Noch-Nicht-Nazis“ ließen sie mitmarschieren. Weil „die sehen doch ganz nett/normal aus“. Weil es wichtiger war, Verbündete gegen den gemeinsamen Feind zu finden. Ja, weil es einfach war, sich einreden zu lassen, dass „die da oben“ einfach nur diese Anschuldigungen machen, um die Bewegung zu diskreditieren. Weil es zur eigenen Selbst-Viktimisierung passt. Womit man sich gegen jegliche Kritik – insbesondere an der Verbrüderung mit Rechtsextremen – immunisierte.

Wie Verschwörungsideologien und Antisemitismus zusammenhängen

Die Infrastruktur der „alternativen Medien“

Ich habe es bereits vor einem Jahr erklärt: Seit bald 10 Jahren baut sich eine Parallel-Öffentlichkeit in Social Media auf, die kaum Verbindungen zur „Mainstream“-Öffentlichkeit hat. Schon die Symbiose der „Montagsdemos“ mit den „Neuen Rechten“, was heute quasi die AfD ist, hat diesen Weg vorbereitet. Es gibt eigene Youtube-Kanäle, Blogs, Zeitungen, Twitter-Accounts, Facebook-Seiten, Gruppen, Stiftungen und Politiker:innen (vor allem in der AfD). Eine Parallel-Öffentlichkeit, die völlig abgeschottet ist vom Rest. Und der Realität. Dort kann man sagen und glauben, was man will. Denn alles, was widerspricht, ist automatisch „Lügenpresse“ und „linksgrünversifft“.

Sie ist voller Fake News, voller Verschwörungsmythen, voller Rassismus und Hass. Aus dieser Blase speist sich die AfD, der neue rechtsextreme Terror, die Mörder von Hanau, Halle und Lübcke. Anfang 2020 war also die Infrastruktur schon da, als ganz viele neue Menschen jetzt nach „alternativen“ Medien suchten, die ihnen ihr Weltbild mit ganz viel Desinformation und Verdrehungen bestätigen könnten. Die „alternative“ (und durch und durch rechtsextreme) Filterblase hat das sofort genutzt. Hat komplett auf Corona-Fakes umgeschwenkt, um diese Leute aufzufangen, einzusammeln. Auch kurzfristig mit Profitgedanken.

Aber es kann nicht mehrere „alternative“ Filterblasen geben. Deren Verkaufswert ist, genau das Gegenteil dessen zu sagen, was der „Mainstream“ sagt. Sie sind klein genug, und in dieser Welt sind gemeinsame Feinde ohnehin viel wichtiger als völlige ideologische Übereinstimmung. Es ist ein mediales Ökosystem, in der sich alle assimilieren und angleichen. Irgendwann posten alle das Gleiche, man einigt sich auf die Fakes des Tages, die Narrative. Nicht, weil sie wahr sind, sondern weil sie gute Geschichten sind, die sich gut verkaufen. Und die Algorithmen von Social Media verstärken diese Effekte ins Unermessliche.

Der Weg von Maßnahmen-Kritik zum Nazi

Die damaligen „Corona-Rebellen“ landeten also zwangsläufig in dem existierenden, abgeschotteten Ökosystem, wenn sie wegwollten vom „Mainstream“. Man bot ihnen ihre eigenen Fake News und Narrative an, um sie zu treuen und blind-loyalen Follower:innen zu erziehen, denn danach suchten sie. Eine kleine Bemerkung ist hier, dass diese Filterblase hinter der AfD steckt, nicht umgekehrt. Die AfD muss die Lügen und Narrative verbreiten, die die Mechanismen der „alternativen“ Medien ausspucken. Am Anfang hatte die AfD-Spitze nämlich noch – in ihrem typischen immer-dagegen-Sein – vor dem Virus gewarnt und Maßnahmen gefordert. (Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, wenn man immer nur dagegen ist, liegt man halt auch mal richtig. Oder wie wir mal falsch.)

Weidel, Meuthen & Co., die im Februar und März noch Lockdown forderten und warnten, wie tödlich Corona ist, mussten nachgeben und nur ein halbes Jahr später Corona herunterspielen und vor Lockdowns warnen.

„Und am Ende landet man beim Rechtsextremismus.“

Ich wusste deshalb schon vor einem Jahr, was passieren wird: Diese Leute, die vor der Pandemie nichts mit rechtsextremem Gedankengut zu tun hatten, werden demnächst Vollnazis werden. Nicht alle natürlich, aber viele werden diesen Weg gehen. Es muss fast so passieren: Wenn man einmal akzeptiert, dass „die Medien“ alle lügen und eine große Weltverschwörung möglich ist und sich in die geschlossene, „alternative“ Filterblase verabschiedet, wo man täglich neu angelogen und radikalisiert wird, wenn man sich mit Rechtsextremist:innen, Reichsbürger:innen und Antisemit:innen solidarisiert und diese verteidigt, ist der Sprung dahin nicht schwer.

Ich schrieb damals: „Das heißt nicht, dass diese Durchschleusung von Maßnahmen-Kritik bis hin zur Nazi-Ideologie zwangsläufig passiert – oder schnell. Aber es ist ein Weg, den man jetzt schon absehen kann. Und es ist die Methode, mit der die rechtsextreme Szene seit Jahren ihre Gefolgschaft rekrutiert. Schrittweise wird über anfängliche Unzufriedenheit und Skepsis der Kontakt zu klassischen Medien und vernünftigen Menschen abgebrochen, ähnlich wie die Methoden, derer sich eine Sekte bedient, und man wird – teils unbemerkt – in die Echokammer geschleust und nach und nach mit Propaganda gefüttert. Und am Ende landet man beim Rechtsextremismus.“

Corona-Querfront: Attila Hildmann, Bodo Schiffmann, Michael Ballweg uvm.

Ich hatte leider völlig recht. Wer von euch hat so einen Weg selbst im Freundeskreis erlebt? In der Familie sogar? Diese Prozesse laufen unterschiedlich schnell, und wie weit sie gehen, hängt auch von vielen Faktoren ab. Aber wer von euren Freunden war früher auch „ganz normal“ und verteidigt jetzt Fake News und liest rechtsalternative Medien? Ich kann als Beispiele mit ein paar Prominenten dienen. Das aufdringlichste und drastischste Beispiel ist natürlich Attila Hildmann. Anfang 2020 noch höchstens umstrittener Vegan-Kochbuchautor, ist er inzwischen mit Haftbefehl gesucht aus Deutschland geflohen. Und ist offen Neonazi und Antisemit, bei dem jedes dritte Wort „Jude“ ist.

Jetzt offener Antisemitismus: Hildmann hängt die Hundepfeife an den Nagel

Oder nehmen wir den Schwindel-Arzt Bodo Schiffmann. Hat dieser im März 2020 noch Kindern empfohlen, Masken zu tragen, hat er im Herbst 2020 schon tote Kinder erfunden, teilt rechtsextreme QAnon-Verschwörungsmythen, hat im Februar schon zur Jagd auf Kritiker:innen aufgerufen, soll seine Zulassung verlieren und soll ebenfalls ins Ausland geflohen sein. Oder Mit-„Querdenker“ und Gründer Michael Ballweg. Der hält sich zwar im Gegensatz zu den anderen beiden mit der offenen Hetze zurück, scheint jedoch gute Kontakte zu rechtsextremen Reichsbürger:innen aufzubauen: Öffentlich wurden geheime Planungstreffen oder das Eröffnen eines Konto bei einer Reichsbürger-Bank.

“Querdenken”-Chef Ballweg: Nach Reichsbürger-Treffen jetzt Konto bei Reichsbürgerbank

Und vergessen wir nicht rapide Abstiege wie der von Wendler, der inzwischen völlig in der Neonazi-Szene angekommen ist. Oder Xavier Naidoo.

Abrechnung mit Wendler: Völlig in der Neonazi-Verschwörungsszene angekommen

Oder viel weniger extrem: der Support der Sängerin Nena für „Querdenken“ und den Rechtsextremisten Naidoo.

Nena unterstützt jetzt offen Querdenker – und bedankt sich bei Rechtsextremist Naidoo

Die Querfront ist real geworden

Und hier zeigt sich, wo die „Nazi-Keule“ gar nicht so falsch ist, wie immer behauptet. Nach einem Jahr sind „Querdenker:innen“ und Rechtsextremist:innen, die „Corona-Querfront“ noch nicht exakt die Gleichen. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Die AfD baut sich gerade zur „Querdenker“-Partei um. Die Fake News über Corona und Impfungen werden von verschwörungsideologischen und rechtsextremen Medien gleichermaßen geteilt. Man liest wegen des Homogenisierungsdrucks überall das Gleiche (so viel zu „gleichgeschaltet“. Auch der rechte Rand des „bürgerlichen“ Lagers wird inzwischen in diese Richtung gezogen, durch Aktionen wie #AllesDichtMachen werden diese Narrative in den Mainstream geholt (mehr dazu), die WELT scheint sich unter Poschardt auch „Querdenker:innen“ und Rechtsextremist:innen als Zielgruppe anzüchten zu wollen (mehr dazu).

„Verkürzung durch die Medien“: Drosten entlarvt Rhetorik von WELT-Chef Poschardt

Die Pandemie wird bis zum Ende des Jahres 2021 voraussichtlich in Deutschland vorbei sein. Mit dem Sommer sinkt die Ansteckungsgefahr etwas, immer mehr Menschen sind geimpft. Die Panikmache über Impfungen, über Maßnahmen, das x-te vermeintliche „Ermächtigungsgesetz“ wird verpuffen. Weil wir zur neuen Normalität zurückkehren werden. Es werden neue Fake News, neue Narrative kommen. 2020 war Corona, 2019 war „Fridays for Future“ oder „Gelbwesten“, 2018 waren es Schutzsuchende. Das nächste Hauptthema für die alternative Filterblase wird kommen.

Und dann wird man auch mehr zu „klassischen“ rechtsextremen Themen zurückkehren

Und viele jetzt-noch-„Querdenker:innen“ werden leise zurückkommen, sich vielleicht heimlich schämen, ihre Beteiligung an dem Blödsinn herunterspielen in der Zukunft. Aber einige werden auch „drin“ bleiben in der Querfront. Fake-News-Medien vom rechten Rand lesen, AfD wählen. Das ist ja schon alles so ähnlich passiert, 2013-2015. Man denke an die Mahnwachen für den Frieden, Elsässer, und auch Pegida und die AfD. Sie machten sich nicht auf, rechtsextreme Gruppierungen zu sein.

Doch durch fehlende Abgrenzung zu Rassismus, durch Radikalisierung und inneren Homogenisierungsdruck hat sich die „alternative Szene” über die Jahre selbst aussortiert und damit klar positioniert. Und inzwischen wird ein großer Teil der AfD, wie auch das AfD-nahe Magazin von Jürgen Elsässer – ehemals ein Linker nach eigener Definition! – vom Verfassungsschutz als rechtsextrem überwacht.

Die Corona-Querfront darf nicht Mainstream werden

Die Einstiegsdroge Corona-Fake News, die buchstäblich wie eine Sucht funktioniert, hat viele (unwiederbringlich) radikalisiert und auch „nach Corona“ sind diese Menschen für Vernunft, Wahrheit, Wissenschaft und rationalen Diskurs verloren. Das Resultat sind ideologisch völlig verblendete AfD-Wähler:innen. Und rechtsextreme Morde.

Das “Aha-High”: Wie Verschwörungstheorien die Gehirne unserer Freunde hacken

Es sind genau die Strategien, durch die der Faschismus schon immer funktioniert hat. In den 1920er-Jahren war „Sozialismus“ modern und beliebt. Die NSDAP adaptierte „Sozialismus“ für ihren „National-Sozialismus“. Faschismus springt immer auf neue Bewegungen auf, unterwandert sie, gestaltet sie um. Um Leute zu rekrutieren, Unzufriedenheit zu instrumentalisieren, um stärker zu werden. In einigen Jahren wird das ein Erbe der Corona-Pandemie sein. Dass in Kombination mit der Infrastruktur von Social Media, gezielter Verharmlosung und Leugnung der demokratischen Rechte und gezielter Unterwanderung durch die „alternative“ Medienblase, der „Neuen Rechte“ diese faktenfreien, anti-demokratischen Narrative gestärkt wurden. Ein Blick in die Geschichte zeigt Parallelen.

Neurechte Netzwerke der AfD Teil 4: Die Konservative Revolution in der Weimarer Republik & heute

Darum war übrigens auch #AllesDichtMachen diskursiv so eine Katastrophe. Weil es ein weiterer Schritt in diesem Radikalisierungsprozess ist. Die Frage ist, wo endlich rote Linien gezogen werden. Thüringen im Februar 2020 war schon eine Erleichterung, weil die CDU- und FDP-Mitglieder, die für Zusammenarbeit mit Faschismus offen sind, (noch?) in der Minderheit sind. Aber wenn demokratiefeindliche, wissenschaftsfeindliche Narrative durch Springer-Medien normalisiert werden, wenn die Aufsplitterung in Filterblasen weiter zu nimmt, wer weiß, was passiert?

Was wir tun müssen für die Zeit nach der Corona-Querfront

Manche haben die heftige Kritik an #AllesDichtMachen kritisiert. Aber abgesehen von selbstverständlich überzogenen „Nazi-Keulen“ gegen alle Beteiligten oder Beleidigungen oder gar Drohungen, die zu verurteilen sind (aber ein grundlegendes Problem der öffentlichen Kommunikation über Social Media sind), musste die Kritik heftig sein. Die Zivilgesellschaft, die Verteidiger:innen der Demokratie, dürfen nicht (weiter) zurückweichen. Wahrheit, Wissenschaft und Fakten dürfen nicht beliebig werden. Man muss Menschen, die gezielt täuschen und verzerren, Einhalt gebieten. Man muss ihre Lügen und Methoden anprangern.

Die Filterblase müssen wir erst einmal aushalten, es ist nicht verboten, sich eine eigene Wahnwelt aufzubauen. Aber wir müssen darum kämpfen, dass das „Virus“ der realitätsfernen Narrative, des verschwörungsideologischen Denkens, der Lügen nicht noch mehr Fuß fasst in der Gesellschaft. Deswegen macht es keinen Sinn, mit „Querdenken“-Apologet:innen darüber zu diskutieren, wer jetzt wem die Meinungsfreiheit verbiete. Ob Kritik schon Zensur ist, aber Kritik an Kritik nicht. Diese dämlichen Diskussionen sind Nebenschauplätze.

Wir müssen auf die Fakten pochen. Auf die Wissenschaft. Auf die wahreren Gegennarrative, auf ehrliche Versuche, eine aufrichtige Diskussion zu führen. Denn ob die Corona-Pandemie, die Corona-Querfront, letztlich den Faschismus in Deutschland stärken konnte, das liegt an uns. Jeden Tag, im Alltag. Aber auch an den Verantwortlichen in Medien und Politik. Solange Social Media – und damit unsere Öffentlichkeit – so funktioniert, wie sie jetzt funktioniert, sind Fake News und Filterblasen kein Bug. Sondern ein Feature.

Zum Thema:

Wie man am besten reagiert, wenn Freunde & Verwandte Corona-Fake News verbreiten

Artikelbild: Media Whalestock

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